Raumgestaltung und Entwerfen, raumgestaltung.tuwien.ac.at
RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Integratives Entwerfen Bachelor Stadtraum Wiental

 

Stadtraum Wiental
Das Wiental offenbart im Kontext urbanistischer und stadtklimatischer Dikurse ein besonderes stadträumliches Potential, das eine übergeordnete Planungsstrategie als Handlungsrahmen aller Akteure erfordert. Der hybride Raum – Stadt und zugleich städtisches Landschaftsband zwischen Wiener Wald und Donaukanal – stellt ein sensibles stadtökologisches System dar, das auf Basis stadtmorphologischer Untersuchungen gelesen und entwickelt werden kann.
Die derzeitige Praxis zum Teil grossmasstäblicher baulicher Interventionen im Wiental ohne umfassendes Leitbild gefährdet die gesamtstädtisch wirksamen Potentiale für die wachsende Metropole Wien. Um die Stadt als Lebensraum unter den sich wandelnden klimatischen Bedingungen für alle Bewohner:Innen zu erhalten und zu entwickeln, müssen die Prämissen und die konkrete Praxis der Stadt- und der Projektplanung neu verhandelt werden.
Das Wiental zeigt einen linearen Stadtraum, dessen eingeschriebener Landschaftsraum durch Infrastrukturbauten für den Verkehr bis zur Unkenntlichkeit überformt wurde. Das forschende Entwerfen stellt die Frage, ob unter der Prämisse der Neuverhandlung der Nutzungsverteilung des städtischen Raumes – Verringerung des Raumes für den Individualverkehrs / Vergrösserung des innerstädtischen Freiraumes im Kontext der klimaresilienten Stadt – eine grundlegende Transformation erforderlich ist: Freilegung der landschaftlichen Spuren, Rückbau der grossflächigen Überplattungen, begleitende ensemblebildende nutzungsoffene Pavillonstrukturen auf Stadtebene, Erschliessung der Stadt- und Flussebene, urbane Aussenraumgestaltung.

 

Methoden:

Ausgehend von der Strategie einer reparierenden Transformation des stadträumlichen Bestandes werden die Raumpotentiale des Vorhandenen und seine Zeitspuren diskursiv untersucht und in den Kontext der Frage des konsumfreien, öffentlichen Raumes für Alle sowie den künftigen Anforderungen der Klimaresilienz der Stadt gestellt. Basis der Konzeptentwicklung ist eine präzise stadtmorphologische sowie gebäudetypologische Bestandsanalyse sowie das Lesen und Beschreiben der signifikanten Elemente und Spuren im Stadtraum.
Erarbeitung einer handlungsorientierten Dokumentation zu einer neuen Praxis des Umganges mit dem Stadtraum und zu nachhaltigen Reparaturstrategien im städträumlichen, stadtlandschaftlichen und baulichen Bestand.
Die Annäherung an den vorhandenen Stadt- und Landschaftsraum und seiner Raumfolgen von Aussenraum, Infrastruktur und Gebäuden sowie zwischen öffentlichen und privaten Räumen erfolgt anhand von Konzept- und Arbeitsmodellen. Die Untersuchung der städtebaulichen Schnittstellen, zum Einen flussbegleitend und zum Anderen flussquerend, erfolgt äquivalent.
Als Methode der Stadtreparatur soll die Typologie des Stadtransplantates entwerfend untersucht werden. Auf Basis von vorhandenen urbanen Typologien aus verschiedenen Epochen werden Implantate generiert, die in Beziehung zu den Potentialorten in der fragmentierten Morphologie der Stadt gesetzt werden. Unter der Prämisse der Gleichwertigkeit von Baukörper und Zwischenraum werden Stadträume untersucht und entwickelt, die mit den vorhandenen städtischen Strukturen verwoben werden und gleichzeitig eigenständige, zeitgenössische Formen räumlicher Urbanität aufzeigen.
Zwei Elemente verdienen besondere Aufmerksamkeit: Das erste Element ist die raumbildende Fassade in ihrer inhaltlichen Mehrdeutigkeit: als klimaregulierende Hülle und Schwelle, als Vermittlerin zwischen öffentlichem und privatem Raum, als Ausdruck eines Baukörpers. Das zweite Element ist der urbane Freiraum: bestimmt durch Oberflächenmaterialität, Topografie und Bepflanzung. Das forschende Entwerfen untersucht die sorgfältige Beziehung zwischen Baukörpern und Freiräumen als Schlüssel der Transformation zur klimaresilienten und nutzer*innenbezogenen Stadt.

 

Vortragende:

Wilfried Kuehn
Ulrich Huhs
Alexander Garber
Peter Bauer
Maria Auböck
János Kárász
Lisi Zeininger

Tutorin:

Sofie Pribil
Max Beck

 

Weitere Informationen:

Einführung: Fr, 06. März 2026, 10.00–13:00 Uhr im Raumlabor

Besprechungen finden jeweils Freitags von 09.00–18.00 Uhr statt.

Eine Exkursion nach Ljubljana vom 23.- 27.03.26 unterstützt den Einstieg in das Entwurfsthema. Die Teilnahme ist für die Entwerfenteilnehmer_innen verpflichtend. Siehe Details dazu in der LVA Beschreibung 253.O47, Ljubljana – Plecnik´s Stadtumbau.

 

TISS
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