Raumgestaltung und Entwerfen, raumgestaltung.tuwien.ac.at
RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Integratives Entwerfen Bachelor Im Sinne des Alten

Venedig ist seit Jahrhunderten eine Kunstmetropole von weltweiter Bedeutung, ein kulturelles Zentrum Norditaliens, in dem sich Geschichte in Schichten ablagert, geprägt von Kunst und Kultur, voller Geheimnisse und Mythen.

„Wenn die Architektur gut ist, wird ein Mensch, der schaut und zuhört, ihre wohltuende Wirkung spüren, ohne es bewusst zu merken“, meinte der Architekt Carlo Scarpa (1906–1978). Vielleicht erklärt dieser Gedanke, warum sich Venedig so besonders anfühlt. Hinter prächtigen Fassaden, in einem dichten Netz aus Gassen und Kanälen, finden sich gebaute Zeugnisse, die von der Macht und dem Reichtum vergangener Zeiten erzählen.

Ein Bereich sticht im historischen Gefüge der Stadt besonders hervor: das „Arsenale“. Über Jahrhunderte hinweg war es, umgeben von meterhohen Mauern, der bestgeschützte Ort Venedigs und das industrielle Herz der Seerepublik. Mit der Kunstbiennale wird diese Geschichte heute fortgeschrieben und der Ort in die Gegenwart geführt. Der Bauplatz im nördlichen Bereich des Arsenale zeigt Spuren von Veränderungen, Brüchen und Umnutzungen.

Ziel der Aufgabe ist es, ein durchdachtes und kreatives Konzept für einen kulturellen Mittelpunkt zu entwerfen. Dieser soll jungen venezianischen Künstlerinnen und Künstlern als Ort zum Arbeiten, Ausstellen, Begegnen und Feiern dienen. Der geplante „ArtSpace“ soll die Gemeinschaft stärken, die Anforderungen künstlerischer Produktion erfüllen und gleichzeitig respektvoll mit dem Bestand umgehen.

Arbeitsräume, offene Werkstätten, Gemeinschafts-, Performance-, und Ausstellungsräume sind so zu organisieren, dass ein funktionales, dauerhaftes und gut nutzbares räumliches Gefüge entsteht. Im Mittelpunkt stehen Räume, die kreatives Arbeiten ermöglichen – nicht ihre Inszenierung.

Bauen im Bestand bedeutet dabei nicht, das Alte zu konservieren, sondern es als gültige Grundlage für Neues zu akzeptieren. Der Bestand stellt Anforderungen – konstruktiv, räumlich, typologisch und im Bezug zur Stadt. Diese Qualitäten gilt es zu erkennen, weiterzuführen und behutsam zu ergänzen, um dem Ort, im Sinne des Alten, eine zeitgemäße Schicht hinzuzufügen.

Nach Walter Zschokke verhilft, „die Archäologie des Blicks, … das Geschaute zu lesen …“ mit dem Ziel, eine ganz persönliche Begegnung mit dem Gebäude zu erleben.

Es bietet sich hier eine spannende Gelegenheit, die Potenziale des Gebäudes zu erkennen, eine neue Geschichte einzuschreiben und zukunftsfähige Nutzungen zu entwickeln.

Dabei stellen sich entscheidende Fragen:

Was war?
Was ist?
Was wird gebraucht?

 

Methoden:

Aufbauend auf den Analysen zu den Themen, „Kunst- und Kulturvermittlung“, werden Konzepte im Rahmen der Themen „die Bedeutung von öffentlichem Raum“ und „Kulturbau“ entwickelt. Diese werden durch präzise räumliche Verfeinerungen und fast ausschließlich anhand von Modellen, durch „Räumliches Skizzieren“ in unterschiedlichen Maßstäben, unterstützend für den Entwurf, weiterentwickelt. Vertiefungen zu den Themen, werden in Workshops und Vorträgen den Entwurfsprozess begleiten

Als Integrativer Entwurf basiert die Lehrveranstaltung auf der Auseinandersetzung mit der Architektur als zugleich räumlichem, sozialem, kulturellem und konstruktivem Phänomen.

 

Vortragende:

Franz Karner
Johanna Pils
Nott Caviezel

Tutor:

Alexander Feigl

 

Weitere Informationen:

Einführung:
 Do, 05. März 2026 um 10.00 Uhr, White Cube, Forschungsbereich Raumgestaltung und Entwerfen

Betreuungstermine jeweils Montag und Donnerstag.

Eine Exkursion nach Venedig vom 25.- 29.03.26 unterstützt den Einstieg in das Entwurfsthema. Die Teilnahme ist für die Entwerfenteilnehmer_innen verpflichtend. Siehe Details dazu in der LVA Beschreibung 253.O45.

 

TISS
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