Raumgestaltung und Entwerfen, raumgestaltung.tuwien.ac.at
RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Theme Diploma Museum Present

 

Das Museum zeitgenössischer Kunst basiert auf einem Paradox. Als Ort des Sammelns und Archivierens ist das Museum ein Ort, der Vergangenes erhält und sichtbar macht, beforscht und einordnet, bewertet und in Beziehung bringt. Sammlungen sind Auswahlen, die einem Selektionsprozess folgen, der Kriterien der Kunstgeschichte voraussetzt und diese zugleich beeinflusst. Zeitgenössische Kunst ist im Gegensatz dazu aktuell: gerade entstanden oder noch im Entstehen, befindet sie durch ihr Erscheinen im Museum auf der Schwelle zur Historisierung, ohne schon Geschichte zu sein.
Mit seinem Raum der Gegenwart entwarf der Künstler László Moholy-Nagy 1930 für das Provinzialmusem (heute Landesmuseum) Hannover im Auftrag von Alexander Dorner erstmals einen Ort zeitgenössischer Kunst als Teil eines Museums. Zur selben Zeit eröffnete mit dem Museum of Modern Art (MoMA) unter Alfred Barr in New York das erste Museum, das ausschließlich der zeitgenössischen Kunst gewidmet war. Seitdem sind weltweit zahlreiche Museen zeitgenössischer Kunst entstanden, während das MoMA in der Zwischenzeit auch zu einem Museum der historischen Moderne wurde, in dem das ehemals Zeitgenössische Ausgangspunkt einer eigenen Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte ist.
Die Frage, was ein Museum zeitgenössischer Kunst als Museum für Gegenwart von Museen historischer Sammlungen unterscheidet und wodurch sich die Architektur eines Museums zeitgenössischer Kunst auszeichnet, ist daher seit einem Jahrhundert eine Debatte, die künstlerisch, kuratorisch und architektonisch geführt wird. Das Themendiplom eröffnet die Möglichkeit, einen eigenen Debattenbeitrag zu leisten.
 

Methoden:

Architektonische Analyse der Raumkonzeption des Museums zeitgenössischer Kunst in seiner hundertjährigen Entwicklung anhand schriftlicher und zeichnerischer Ausarbeitungen.
Untersuchung und Dokumentation der Beziehungen zwischen kuratorischer und architektonischer Praxis in der Entwicklung musealer Räume für zeitgenössische Kunst sowie Erarbeitung einer darauf basierenden eigenständigen und zukunftsweisenden Entwurfsmethode.
Aktualisierung der analysierten historischen Referenzen durch Anwendung der gefundenen und entwickelten Methodik auf ein selbstgewähltes Diplomprojekt für ein Museum zeitgenössischer Kunst.
 

Vortragende:

Wilfried Kuehn
Ulrich Huhs

 

weitere Informationen:

Einreichungen der Bewerbungen 09.10.2026, 18:00 Uhr per Mail an ulrich.huhs@tuwien.ac.at
Portfolio ausgewählter Studienarbeiten
Motivationstext eine Seite A4
Skizzierung des Diplomthemas eine Seite A4

Termine:

07.10.2026 – 14:00 – 17:00 Uhr – Einführungs- und Informationsveranstaltung
Dieser verpflichtende Termin dient der Vorstellung des Themas sowie der Kurz-Präsentation (je 5 Minuten) der Studierenden, die sich für dieses Themendiplom bewerben wollen.

16.10.2026 – Bekanntgabe der ausgewählten Diplomanden per Email
21.10.2026 – 14:00-17:00 Uhr – Erster verpflichtender Termin mit allen Teilnehmern

11.11.2026 – 14:00-17:00 Uhr – Zwischenpräsentation 1

02.12.2026 – 14:00-17:00 Uhr – Zwischenpräsentation 2

13.01.2027 – 14:00-17:00 Uhr – Zwischenpräsentation 3
April-Oktober 2027 Prüfungstermine

 

Theorie- und Entwurfsarbeit ergeben die Diplomarbeit. 
Teilnahme an allen Seminarterminen und Einzelbesprechungen
mit Zwischenpräsentationen
Abgabe von Analyse- und Entwurfsdokumentationen auf RG-Share.
Abschlusspräsentation des Seminarergebnisses
Schriftliche Dokumentation gemäß vereinbarter Layoutvorgabe.

 

TISS
SHARE