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RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Über Kunst zum Raum

Öffentlicher Raum, Gemeingut und Kunst als Grundlage für die Neugestaltung des Markplatzes Lambach

Nikolaus Raffael Kastinger

 

 

[De]

Öffentlicher Raum ist in einer demokratischen Gesellschaft ein Ort der Verhandlung, der Kommunikation, der Interaktion und der Identifikation. Es ist Raum, der für alle frei zugänglich sein muss.

In ländlichen Gebieten gibt es häufig einen Mangel an qualitativen, öffentlichen Flächen, die eine gemeinschaftliche und vielseitige Nutzung im Alltag ermöglichen. Wohnen, Arbeiten und Einkaufen findet an Ortsrändern statt und entleert so den öffentlichen Raum in den Ortszentren. Leerstand und Parkplätze dominieren heute viele dieser ursprünglich für die Gemeinschaft geschaffenen Plätze. Das Potenzial öffentlicher Flächen für die GemeindebewohnerInnen kann daher nicht erfasst oder erlebt werden.

Der derzeitge Diskurs um Urban Commons zeigt, dass die Problematik einer gerechteren Verteilung von gemeinschaftlichen Ressourcen, wie auch des öffentlichen Raums, der Gesellschaft bewusst ist und den Diskurs darüber notwendig macht. Wie kann daher ein Gestaltungsprozess gelingen, der öffentliche Räume in ländlichen Regionen wieder als gemeinschaftliche Ressource und sozialer Identifikationsort erlebbar macht? Welche Rolle kann eine künstlerische Auseinandersetzung mit Raum einnehmen, um alternative Nutzungskonzepte zu erkennen und zu erfahren?

Über eine theoretische und analytische Auseinandersetzung mit öffentlichem Raum, Gemeingut und Kunst werden Zusammenhänge dargestellt und ein Entwurfsgedanke formuliert, der als Grundlage für einen Entwurf des Markplatzes in Lambach dient.

 

[En]

In a democratic society public space is a place of negotiation, communication, interaction and identification. It is space that must be freely accessible to all.

In rural areas, there is often a lack of qualitative, public spaces that enable communal and versatile use in everyday life. Living, working and shopping take place on the outskirts of towns and villages, thus emptying the public space in the town centres. Vacant lots and car parks now dominate many of these spaces once created for the community. The potential of public spaces for community residents can therefore often not be grasped or experienced. The current discourse on urban commons shows that society is slowly becoming aware of the problem of an unjust distribution of community resources, as of public space, and that a discourse on this is necessary.

How can a design process succeed that makes public spaces in rural regions experienceable again as a communal resource and social place of identification? What role can an artistic approach to space play in recognising and experiencing alternative concepts of use?

Through a theoretical and analytical examination of public space, common goods and art, contexts are illustrated and a design idea is formulated that provides the basis for a redesign of the market square in Lambach.

 

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