Raumgestaltung und Entwerfen, raumgestaltung.tuwien.ac.at
RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Soziale Raumaneignung am Beispiel der Umgestaltung und Zugänglichmachung des Fischer von Erlach Trakts des Wiener MuseumsQuartiers

Tina Görlich

Die historische Nutzung des MuseumsQuartiers seit 1718 als kaiserliche Hofstallungen, Messepalast und heutzutage Kulturquartier ist von dem Unvollendeten und dem Temporären geprägt. Dies unterstreicht Kulturwissenschaftler und Ausstellungskurator Vitus Weh während der langjährigen Planungsphase des MuseumsQuartiers in seinem Projekt „Kunst am Bau“, bei dem er die kontinuierliche Erweiterung des Ortes als dominanten Raumidentitätsfaktor herauskristallisiert. Mit der offiziellen Eröffnung des MuseumsQuartiers 2001 kam dem Fischer von Erlach Trakt mit seinen unflexiblen, rigiden Einbauten jedoch mehr die unktion einer Durchgangsschleuse zu, die die nutzerseitige Aneignung nur erschwert ermöglicht und den
Transformationscharakter des Gebäudes vernachlässigt.

Ziel meiner Masterarbeit ist die Bewusst-und Zugänglichmachung des Fischer von Erlach Trakts durch eine räumliche Manifestation sozialer Aneignung. Die aus einer intensiven Analyse des Bestands gewonnenen Erkenntnisse dienen dabei als Grundlage für einen Entwurf, die ehemaligen Hofstallungen zu einem Ort der kulturellen Zwischennutzung zu gestalten, der die Spurender Geschichte des Baus in einer Art architektonischen Sedimentierung überlappt und diese als raumbildende Chatakteristik unterstreicht. Das Gebäude selbst wird in seiner Funktion als inhärent unfertig gesehen, um einen Rahmen zu schaffen, der auf sich verändernde Bedürfnisse reagieren kann und partizipative Transformation durch nutzergeleitete Adaption, Veränderung, Dekoration und Individualisierung fördert. Dazu werden Themen der nutzerseitigen Aneignung, Transformation, und partizipatorisches Bauen herausgearbeitet, um sich mit Fragen der Machtverschiebung eines repräsentativen, barocken Bausals Mittel der Herrschaftsorganisation zu einem zugangschancenförderndem Transgressionsraumauseinanderzusetzen.
 

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