Toyanc Degerli

Die zahlreichen bedeutenden historischen Artefakte der antiken Stadt Ephesos befinden sich heute im Ephesos-Museum in Wien, das in der Neuen Hofburg untergebracht ist und von Besuchern besichtigt werden kann. Trotz der Tatsache, dass diese Sammlung sowie viele weitere Artefakte und Sammlungen aus ihrer ursprünglichen Heimat entfernt wurden, bleibt die Stadt Ephesos ihre wahre Heimat und ist heute eines der meistbesuchten Naherholungsgebiete der Türkei. Die Forschungen und der historische Prozess in Bezug auf die aus einer der bekanntesten antiken Städte der Welt nach Wien gelangte Antikensammlung sowie die sich wandelnden archäologischen und ethischen Werte der Gegenwart könnten in Zukunft möglicherweise eine Rückführung dieser Objekte an ihren ursprünglichen Ort ermöglichen. Doch bis zur möglichen Realisierung dieses Szenarios nimmt die räumliche Beziehung dieser Objekte zu ihrem Ursprungsort Tag für Tag ab, und sie bleiben den heutigen Besucher*innen und Bewohner*innen von Ephesos weitgehend unbekannt und unerlebbar. Der Ausgangspunkt dieses Projekts liegt in der Bestrebung, theoretische Fragestellungen aus den Bereichen Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Museologie durch einen architektonischen Ansatz zu materialisieren und räumlich erfahrbar zu machen. Ziel ist es, die Geschichte der in Wien befindlichen, aus Ephesos stammenden antiken Objekte—geleitet von den existenziellen, ontologischen und semantischen Fragestellungen der im konzipierten Ausstellungsraum präsentierten Objekte—in Beziehung zu setzen mit der wahrnehmbaren Funktion von Material und Raum sowie den ihnen zugeschriebenen Bedeutungen und Aufgaben. Kurz gesagt besteht das Projekt in der Konzeption einer Ausstellung, die die Narration von Objekten vermittelt, die physisch nicht am ursprünglichen Ort präsent sind
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