Raumgestaltung und Entwerfen, raumgestaltung.tuwien.ac.at
RAUM
TU Wien, Architektur und Entwerfen, Karlsplatz 13/253.3, 1040 Wien

Der Raum als Manifest

Ergebnisse des Modul Raumgestaltung

 

 

Der Schwerpunkt der Lehr- und Forschungstätigkeit umfasst alle Aspekte und Maßstäbe des architektonischen Raumes in seinen Beziehungsfeldern zur Stadt, zur Landschaft und zu sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Faktoren sowie in seiner Ausformung, Gliederung, Materialisierung, Wahrnehmung und atmosphärischen Qualitäten bis hin zu experimentellen, gesamtheitlichen Raumkonzepten in künstlerischer, sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht.

Das Modul Raumgestaltung setzt sich mit den Lehrinhalten Material, Licht, Farbe, Form sowie Wahrnehmung von Raum und deren Anwendung in einem räumlichen Kontext anhand eines konkreten Ortes auseinander. Im Modul Raumgestaltung suchen wir nach neuen räumlichen Lösungen und beschäftigen uns mit ihren Auswirkungen auf die Benutzer_innen und die Umwelt. Im Zuge des fächerübergreifenden Modul-Übungsthemas wird ein Entwurf erarbeitet bzw. werden architektonische Interventionen an vorhandenen Raumsituationen erprobt. Teile des Entwurfs werden als Mock-up – vor Ort oder im Raumlabor – im Maßstab 1:1 umgesetzt. Es werden unterschiedliche Themenbereiche der Raumgestaltung behandelt. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Tages- und Kunstlicht sowie deren Auswirkungen auf den architektonischen Raum. Übergänge, Schwellensituationen und das Material im öffentlichen Raum werden aufeinander bezogen.

Theoretische Inhalte werden in Form ausgewählter Analyse- und Übungsbeispiele praktisch erfahrbar, geübt und anhand von kleinen Beispielen angewandt, dargestellt und vorgestellt. Im Zuge des fächerübergreifenden Modul-Übungsthemas wird ein Entwurf erarbeitet bzw. werden architektonische Interventionen bei vorhandenen Raumsituationen erprobt. Es wird angestrebt, den Entwurf oder Teile davon, als Mock-up – soweit realisierbar vor Ort oder im Raumlabor – im Maßstab 1:1, umzusetzen. Lehrinhalte werden in den Vorlesungen vorgestellt und anhand von anschaulichen Beispielen diskutiert und in den Übungen praktisch eingesetzt.

 

 

 

MANIFESTE

Manifeste, programmatische Aufsätze und Texte in der Architektur sind subjektive Formulierungen und Aussagen, die Tendenzen und Strömungen dokumentieren und über Generationen nachwirken. Die Kenntnis dieser Texte bildet die Grundlage, um Vorangegangenes zu verstehen und einordnen zu können. Sie verdichten Absichten und manifestieren Positionen.

 

 

 

 

REFERENZPROJEKTE

 

Architektur wirkt durch besondere gestalterische Qualitäten. Diese Qualitäten sind in Darstellungen erfassbar. Sie auch lesen zu lernen, ist ein Teil der Architekturausbildung. Diese auch darzustellen, ist eine weitere Erfahrungsebene. Beide Ebenen dienen dazu, sich vertieft mit dem Projekt auseinanderzusetzen. Das Lernen beginnt mit einer vertiefenden Betrachtung, dem analytischen Lesen von Plänen und dem Wiedergeben dieser Darstellungen. Architekturdarstellungen sind die Abstraktion des Raumes in zweidimensionaler Form. Zeichnungen und Abbildungen, digitale Darstellungen und Filme ermöglichen, den Raum in abstrahierter Form abzubilden.

 

 

 

 

SINNESWAHRNEHMUNG

 

Architektur ist eine multisensorische Raumerfahrung, die wir Menschen durch unseren gesamten Körper und seine Sensorik wahrnehmen. Die klassischen fünf Sinnesfähigkeiten, die schon Aristoteles 300 v.Chr. beschrieben hat, sind Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Wahrnehmen stellt dabei eine qualitative Veränderung eines Zustandes dar.

 

 

 

 

RAUMVOLUMEN

 

Volumen, Raum und Negativraum definieren die Form der Architektur. Diese Formstudien sind durch Materialität und Tragverhalten geprägt.
Sie zeigen die Beziehungen von Raum und Volumen.

 

 

 

 

GEBAUTE VORBILDER

 

 

 

 

MATERIAL

 

Das Wort „Material“ kommt von lateinisch „materia“, der grundlegende Stoff, die Substanz, woraus alle Dinge dieser Welt bestehen. Gestalten mit Materie ist aber nicht nur „reine Stoffkundgebung“ (vgl. Gottfried Semper, Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten,Frankfurt a.M., 1860), sondern vielmehr sinnliche Anmutung mit angelagerter, symbolischer Bedeutung.

 

 

 

 

RAUMEXPERIMENT

 

Raumgestaltung versteht Architektur als Gestaltungswerkzeug des Raumes, räumlicher Qualitäten und steht für ein umfassendes Verständnis architektonischer Qualitäten.

Im Modul Raumgestaltung werden diese Gestaltungswerkzeuge gelehrt und angewandt. Um das Verständnis für architektonische Qualitäten zu vermitteln, bedienen wir uns im Modul unterschiedlicher Methoden. Eine davon ist das Modell, das in verschiedenen Maßstäben zu unterschiedlichen Erkenntnismöglichkeiten führt.

 

 

 

 

SCHWELLENRAUM

 

Architektur erleben wir fast immer, indem wir uns durch sie hindurchbewegen. In der Bewegung durch die Räume nehmen wir deren Proportionen, Größen und Formen wahr und erfahren durch die Fortbewegung ihre Abfolge von Sequenzen aus Enge und Weite. Diese Sequenzen werden sehr oft durch Schwellen und Übergänge gegliedert. Sie verhelfen uns bei der Bewegung durch den Raum, verzögern unsere Schritte, schärfen unsere Wahrnehmungen und sie unterstützen uns bei der Orientierung.

 

 

 

 

TAGESLICHT

 

Tageslicht ist die Ur-Lichtquelle, die uns in seiner Schönheit und Faszination grenzenlos und kostenlos zur Verfügung steht. Tageslicht ist Sonnenlicht, das entweder gerichtet an klaren Tagen oder ungerichtet und diffus an bewölkten Tagen durch die Erdatmosphäre zu uns dringt und unsere Welt belichtet.

 

 

 

 

KUNSTLICHT

 

Bei Nacht, in der blauen Stunde der Dämmerung, im Morgengrauen und an dunklen Wintertagen braucht es Kunstlicht, um die Raumwahrnehmung zu ermöglichen. Überlegungen, die das künstliche Licht berücksichtigen, sind auch im Rahmen des Moduls Raumgestaltung gefragt.

 

 

 

 

DETAIL

 

Das Detail in der Architektur definiert die räumlichen Atmosphären im Kleinen und ist daher bedeutendes Stimmungsmittel und Ausdruck des großen Ganzen. Es definiert in unserer Wahrnehmung den Maßstab eines Raumes. Dort, wo eine räumliche Gestaltung in seinen Details auf den Punkt kommt, verdichtet sich der Raum zu einer Miniatur seiner selbst.

 

Konzeption und Koordination
Anton Kottbauer

 

Betreuer*innen der Lehrveranstaltung
Basma Abu-Naim, Eldar Hajdarevic, Franz Karner, Anton Kottbauer, Wilfried Kuehn, Günter Pichler, Gudrun Schach

 

Projekte und Beiträge

Emrullah Akdag, Alexander Bauer, Jakob Bittner, Jana Blatt, Kristina Boeva, Frederic Bötsch, Lea Bradenbrink, Alexander Brückler, Maria Brückler, Gökcan Celik, WanYu Chen, Réka Csapó, Jacopo Deplano, Yusuf Cankat Dönmez, Mirjana Duragic, Nancy El-Ahle, Dominik Fellinghauer, Fatbardha Fetahu, Laura Frediani, Paul Fromherz, Kathrin Geußer, Ervin Gjinolli, Sinah Hackenberg, Thomas Hain, Fabian Haslehner, Leo Hollmann, Victoria Höll, Anton Ivanov, Ines Jürgens, Svetoslav Karadzhov, Aurelia Kathan, Martina Kavrakova, Valentina König, Tobias Langer, Jarod Leistner, Antonia Löschenkohl, Ines Mayer, Nelli Menjailow, Magdalena Messing, Leonid Mraovic, Andreas Mühlbauer, Antonia Müller, Gregor Natter, Falk Joseph Oswald, Philipp Pichler, Yllka Qarri, Hasan Rashid, Olja Reljic, Patrick Rottensteiner, Florian Schauhuber, Peter Daniel Szvath, Alexander Thoma, Karolin Wagner, Stephan Wieser

 

Fotografie
Aaron-Amar Bhamra, Nermina Dolamić, Hannah Fally, David Hein, Julia Wannenmacher

 

Dokumentation
Jacopo Deplano, Hannah Fally, Leon Scheufler