Amy Estermann

Der Eingriff in die Schichten der Erde zum Zwecke der Materialgewinnung ist ein wesentlicher Bestandteil der
Bauindustrie, der sich tiefgreifend auf sämtliche ökologischen, klimatischen und wirtschaftlichen Systeme auswirkt. Dieses Projekt untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Architektur und Ökologie anhand einer ortsspezifischen Analyse der griechischen Insel Euböa. Die Auseinandersetzung mit der spezifischen Landschaft erfolgt dabei über drei Handlungsmuster—Umwandlung, Verwebung und Antwort—und mündet in eine räumliche Antwort auf die mehr-als-menschlichen Bedürfnisse des existierenden Netzwerks. Umwandlung bedeutet, „Landschaft“ nicht mehr als statische Komposition zu begreifen, sondern als
Prozess von Bewegung, Zeitlichkeit und Dekomposition. Verwebung bezeichnet die Anwendung dieser Perspektive auf die vorgefundene Landschaft Süd-Euböas, in welcher sich die Narben menschlicher Aktivitäten wie Brandstiftung und Ressourcenabbau eingeschrieben haben. Antworten schließlich eröffnet Möglichkeiten für artenübergreifendes Zusammenleben, indem die Körper der Landschaft rekonfiguriert werden und das Vernakuläre als Ansatz für eine gemeinsame Sprache der Materialverwendung herangezogen wird.
Ganze Arbeit im Volltext